Der CO₂-Fußabdruck der Stadtwerke Hanau
Unsere Emissionen in 2023

Der CO₂-Fußabdruck ist ein wichtiger Indikator für die Auswirkungen unseres Unternehmens auf das Klima. Als Stadtwerke Hanau ist es uns ein großes Anliegen, Ihnen unsere Emissionen transparent und verständlich zu präsentieren. Nur so können wir gemeinsam den Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft gestalten. Ehrliche Kommunikation und nachvollziehbare Informationen sind dabei wichtige Bestandteile. Unser Basisjahr ist wie bei unserem CO₂-Minderungspfad das Jahr 2022.
1. Allgemeine Übersicht
Im Jahr 2024 haben die Stadtwerke Hanau insgesamt 152.167 Tonnen CO₂ emittiert – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 120.678 Tonnen CO₂ im Jahr 2023. Das bedeutet eine Steigerung um 31.489 Tonnen CO₂, was einem Anstieg von 26,09 % entspricht. Im Vorjahr (2023) war noch eine Reduktion von 35.693 t CO₂ (22,8 %) erzielt worden.
Die Gründe für den Anstieg sind vielfältig. So lässt sich dieser auch durch den Umstieg auf ein neues und genaueres Erfassungstool erklären, welches mit anderen Emissionsfaktoren rechnet als das bisherige Erfassungsinstrument.*
Auch die neue Aufteilung der Emissionen nach Scopes hat sich deutlich zum Vorjahr geändert. Auch das hängt in erster Linie mit dem Systemumstieg zusammen. Schaut man sich die einzelnen Sparten Fernwärme, Strom und Erdgas an, sieht man, dass es auch hier, insbesondere bei der Fernwärme, Veränderungen gibt.
Unsere Emissionen in t CO₂/a

2. Übersicht nach Scopes des Greenhouse Gas Protocol
2.1 Erläuterung des Greenhouse Gas Protocol
Das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) ist ein international anerkannter Standard zur Berechnung von Treibhausgasemissionen auf Unternehmens- oder Organisationsebene. Auch wir bei den Stadtwerken Hanau orientieren uns an diesem Standard, um unsere CO₂-Emissionen transparent und nachvollziehbar zu erfassen. Das GHG Protocol unterscheidet dabei drei Scopes, die jeweils unterschiedliche Quellen von Emissionen abdecken:
Scope 1:
Diese direkten Emissionen entstehen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe oder durch andere Prozesse, die unter unserer direkten Kontrolle stehen. Dazu gehören unter anderem Emissionen aus dem Betrieb von Heizkesseln oder unserem Fuhrpark.
Scope 2:
Hierbei handelt es sich um Emissionen, die durch den Bezug und den Verbrauch von Energie entstehen, die wir von externen Anbietern einkaufen. Dazu zählt beispielsweise der Strom, den wir für unsere Betriebsabläufe verwenden.
Scope 3:
Diese Emissionen entstehen durch Aktivitäten, die nicht direkt in unserem Unternehmen stattfinden, aber dennoch mit unseren Geschäftstätigkeiten verbunden sind. Dazu gehören Emissionen aus vorgelagerten Prozessen wie der Herstellung von eingekauften Waren oder der Entsorgung von Abfällen. Aber auch nachgelagerte Aktivitäten, etwa durch den Vertrieb von Strom und Gas an unsere Kundinnen und Kunden fallen in diesen Bereich.
2.2 Übersicht Emissionen nach GHG Protocol
Scope 1:
Die direkten Emissionen haben sich im Jahr 2024 um 29.340,4 t CO₂ erhöht. Der Anteil von Scope 1 an den Gesamtemissionen stieg von 7,39 % auf 25,1 %. Hauptgrund für diesen Anstieg ist die Umgliederung der Fernwärmeverbrennungsemissionen von Scope 3 in Scope 1.
Scope 2:
Die Emissionen aus dem Stromverbrauch sind um 4.778 t CO₂ gesunken. Der Anteil an den Gesamtemissionen sank von 4,34 % auf 0,298 %.
Scope 3:
Der größte Teil unserer Emissionen entfällt weiterhin auf Scope 3, der mit 74,56 % den größten Anteil an unseren Gesamtemissionen ausmacht. Die Emissionen in diesem Bereich stiegen um 6.926,45 t CO₂. Der relative Anteil von Scope 3 an den Gesamtemissionen sank gegenüber dem Vorjahr von 88,27 % auf 74,56 %.
Übersicht zu Emissionen in t CO₂/a der Greenhouse-Gas-Protocol-Scopes

3. Übersicht nach Wertschöpfungsketten
Der Bereich Energieversorgung (Vertrieb von Erdgas, Wärme und Strom) bleibt mit Abstand der größte Emittent in unserem Unternehmen und verursacht über 94 % der Gesamtemissionen. Gerade weil dieser Bereich den größten Emissionsanteil ausmacht, liegt hier langfristig auch das größte Potenzial für weitere Reduktionen.
Energieversorgung: 143.262 t CO₂ (94,15 % der Gesamtemissionen) – ein Anstieg von 23.851 t CO₂ beziehungsweise 19,97 % im Vergleich zum Vorjahr.
Die größte Position ist die Gasversorgung mit 74.736 t CO₂ (52,17 % aller Emissionen), gefolgt von der Fernwärme mit 49.590 t CO₂ (34,61 % aller Emissionen) und dem Stromvertrieb mit 18.936 t CO₂ (13,22 %).
Unsere drei Hauptbereiche in der Wertschöpfungskette
4. Kompensierte Emissionen
2024 haben wir etwas mehr als die Hälfte unserer Emissionen ausgeglichen, insbesondere durch den Verkauf unserer Ökostrom- und Ökogasprodukte. Durch den Kauf von Ausgleichszertifikaten mit Herkunftsnachweisen (HKN) konnten im Strombereich 15.484 t CO₂ und im Gasbereich 62.337 t CO₂ ausgeglichen werden.
5. Zusammenfassung und Ausblick
Unsere CO₂-Emissionen konnten in den vergangenen Jahren in einzelnen Bereichen gesenkt werden, besonders in der Energieversorgung. Langfristig erwarten wir, dass unsere Emissionen insgesamt weiter sinken, auch durch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen und effizienterer Technologien.
Für 2025 gehen wir von einem stabilen Emissionsniveau aus. Wir setzen weiterhin auf Innovation und Nachhaltigkeit, um unseren CO₂-Fußabdruck langfristig zu minimieren und unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Kontakt
Louis Bange
Nachhaltigkeit & Marketing
louis.bange@stadtwerke-hanau.de